Ist Polyurethan wirklich gut für die Umwelt?

PU (Polyurethan) ist ein Chlor Kunststoff und wird hauptsächlich in Isolationsprodukten eingesetzt. PU ist hochbiegsam und wird in weichen und geschäumten Produkten eingesetzt. Viele Privatanwender kennen ihn als PU-Schaum oder als Dämmmaterial.

Einsatzgebiet als PU-Schaum:

PU-Schaum dient vor allem als Dämmstoff. Er wird überall dort eingesetzt wo man eine Wärmebrücke vermeiden möchte. Neben der Fenster und Zargenmontage benutzt man Ihn gerne als Füllmittel zur Verschließung von Hohlräumen. Ist der Schaum ausgehärtet, kann man Ihn nur mehr mechanisch entfernen. Aufgrund der einfachen Handhabe ist der PU-Schaum jeden Heimwerker ein Begriff.

PU-Schäume sollten weniger als 1% MDI (Isocyanate) enthalten, da diese in Verdacht stehen Krebs zu erregen. Achten Sie auf den Hinweis H351 – Achtung kann vermutlich Krebs erzeugen (siehe GHS System) .

Moderne und handelsübliche PU-Schaumdosen sind unter diesen Wert und sind im Baumarkt zu erhalten. PU-Schaumdosen mit erhöhten Isocyanat Wert sind nur beim ausgewählten Fachhändler zu beziehen.

– PU-Schlauch:

Schläuche aus Polyurethan werden vor allem dann eingesetzt wenn man eine hohe Abriebsfestigkeit bei idealer Biegsamkeit erreichen möchte. Klassische Anwendungsbereich sind hier Luftdruckschläuche oder Saug-Förderschläuche. Durch die Eigenschaften des Polyurethan können im inneren des Schlauches sehr glatte Oberflächen erreicht werden (siehe hier). PU Schläuche findet man auch in sehr vielen Haushaltsgeräten wie z.b. Waschmaschine oder Trockner.

– PU im Textilbereich:

Auch im Textilbereich findet man Polyurethan. Die Innenseite von Rucksäcken wird gerne aus diesem Material gefertigt, oder damit zumindest beschichtet. Daher sollten solche Rucksäcke nur mit Handwäsche gewaschen werden. Somit verhindert man die Zerstörung der PU–Schicht. Gleiches gilt für Outdoor Jacken, welche PU als Beschichtungsmaterial benutzen.

Vorteile PU:

  • Hohe Biegsamkeit: Vor allem wichtig bei Schläuchen oder im Textilbereich
  • Dauerhafte Dichtheit: Wichtig im Textil- und Dämmbereich
  • Hohe Robustheit und Langlebigkeit: Wichtig bei Zeltböden oder Schläuchen
  • Recyclebar
  • Gesundheitsverträglicher als andere Kunststoffe

Nachteile PU:

  • Zur Produktion wird sehr viel Chlor benötigt: Mittlerweile gibt es Herstellungsverfahren, welche auch ohne Chlor auskommen
  • Hoher Energieaufwand bei Produktion
Polyurethane sind in den Laboratorien des I.G. Farben-Werks Leverkusen zum ersten Mal synthetisiert worden - Quelle : Wikicommons - Sith Cookie

Polyurethane sind in den Laboratorien des I.G. Farben-Werks Leverkusen zum ersten Mal synthetisiert worden – Quelle : Wikicommons – Sith Cookie

Umweltverträglichkeit:

Polyurethane werden aus Erdöl hergestellt und weisen einen hohen Energieaufwand bei der Produktion auf. Durch die Einsatzgebiete der PU als Dämmmaterial werden Energiekosten gespart und CO2-Emissionen gesenkt. Gleiches gilt im Fahrzeugbau, wo Polyurethane das Gewicht des Fahrzeugs reduzieren und denn Kraftstoffverbrauch reduzieren können. Mehr als 250000 Tonnen an Polyurethanen werden alleine in Europa pro Jahr dem Recycling zugeführt. Fraglich ist ob es nicht alternative Dämmvarianten gibt, die auch ähnlich gute Eigenschaften wie die Dämmung mit PU aufweisen. Allerdings fällt hier die Leichtbauweise weg, was wiederum zu höheren CO2-Emissionen durch den Transport führen würde.

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