WKÖ-Europatag Energie: Versorgungssicherheit als Angelpunkt

Wien (OTS/PWK378) –    Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl
forderte heute, Montag, am WKÖ-Europatag unter dem Titel
„Energieschub durch Europa?“ ein „vertieftes Europa“: „Europa ist
unsere Versicherungspolice. Als uns die amerikanischen
Ratingagenturen in der Krise wegen unseres Ost-Engagements beinahe
zum Pleitekandidaten erklärten, wäre es Österreich mit dem Schilling
elendig ergangen. Gemeinschaft heißt Stärke – Wenn wir diese nach
innen nicht haben, können wir nach außen nicht wirken.“

Leitl erteilte dem „europäischen Selbstzweifel“ eine klare Absage: „Die
Schlampereien, als wir eine gemeinsame Währung hatten, aber keine
innere Koordination, gehören der Vergangenheit an. Jetzt brauchen wir
klare Spielregeln gegen eine neuerliche Spekulationsblase.“

Energie sei das „Megathema“ dieses Jahrzehnts. Durch das weltweite
Wachstum und die Globalisierung werde es weiter an Brisanz gewinnen.
Österreich sei unter den besten EU-Staaten, sowohl beim
Energiesparen, als auch bei der Energieeffizienz und bei erneuerbarer
Energie. „Die EU-2020-Ziele sind für die österreichische Wirtschaft
sehr herausfordernd. Nicht einmal ein Jahr nach deren Beschluss
sollten wir nicht über eine neuerliche Verschärfung der Ziele
diskutieren.“ Der Wirtschaftskammerpräsident kann sich eine
Evaluierung der 2020-Ziele im Jahr 2015 vorstellen. Wenn das größte
Industrieunternehmen Österreich, die voestalpine, ihre Investitionen
in Europa aufgrund der hohen Auflagen in Frage stellt, sei Vorsicht
geboten: „Ein klares Ja zu Österreichs Pionier-Rolle und
Vorreiterrolle am Energiesektor. Doch unsere Unternehmen lassen wir
uns nicht vertreiben. Dafür habe ich null Verständnis. Die Betriebe
müssen sich auf die Energiepolitik der EU verlassen können.
Versorgungssicherheit, Wettbewerb und Nachhaltigkeit bilden die
Eckpfeiler einer langfristigen Energiepolitik“, so Leitl, der auch
die thermische Sanierungsaktion der Bundesregierung anerkennend
hervor hebt.

Die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Energiewirtschaft hängt
von einer zuverlässigen Versorgung ab, unterstrich auch
EU-Energiekommissar Günther Oettinger. „Die sichere, nachhaltige und
leistbare Energieversorgung ist ausschlaggebend für die Rolle der EU
als Global Player“, so Oettinger. Sorge bereite ihm daher die
zunehmende Abhängigkeit der EU von Öl- und Gas-Importen, was auch in
der EU-Energiestrategie 2020 Niederschlag gefunden habe. Würde nicht
bald gegengesteuert, bestehe die Gefahr, dass der Energieverbrauch
bis 2020 nicht um die angepeilten 20 Prozent, sondern nur um 10
Prozent sinken könnte, warnte Oettinger. „Wir haben jetzt
Handlungsbedarf, um unser Ziel zu erreichen und der
Energieeffizenz-Agena in den Mitgliedsstaaten mehr Impetus zu geben“.

„Mit der Katastrophe in Fukushima ist die Energiefrage in den
Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit gerückt. Der Europäischen Union
kommt hier eine wesentliche Verantwortung zu. Um die Abhängigkeiten
möglichst gering zu halten, müssen wir den europäischen Energieumbau
aktiv gestalten, die Kosten dafür aber möglichst gering halten“,
betonte Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der WKÖ. Das von der
EU angepeilte Ziel, die CO2-Emmission bis 2020 um 20 Prozent
reduzieren, ist aus Sicht der WKÖ überaus ambitioniert, hielt
Hochhauser fest. „Wir sprechen uns klar gegen eine weitere
unilaterale Zielerhöhung aus. Denn für Investoren, die Europa für den
Aufschwung dringend benötigt, ist dies ein Schlag ins Gesicht, da
jegliche Berechenbarkeit der Politik verloren geht“, so die
Generalsekretärin.

Energieeffizienz sei der Königsweg zum Erreichen der gesetzten
2020-Ziele. „Ich begrüße die Bestrebungen der Europäischen
Kommission, auf Unionsebene eine wirksame Energieeffizienzpolitik zu
formen. Dies ist der beste Beitrag auf dem Weg zu einem nachhaltigen
und sicheren Energiesystem“, sagte Hochhauser.

Energieeffizenz sei auch für kleinere und mittlere Betriebe ein
maßgebliches Thema. Die Unternehmen müssten jedoch die freie Wahl
haben, welche Energieeffizienzmaßnahmen sie konkret umsetzen wollen.
Hochhauser: „Vorschriften sind hier der falsche Weg, da ein
Einzelunternehmer in der Regel selbst besser über die Abläufe und
Möglichkeiten in seinem Betrieb Bescheid weiß.“ (PM/AC)

Rückfragehinweis:

~
Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik
Dr. Stephan Schwarzer
Tel.: Tel.: (++43) 0590 900-4195
mailto:up@wko.at
http://wko.at/up

MMag. Christian Mandl
Tel.: T:(+43) 0590 900-4316, F:(+43) 0590 900-224
mailto:eu@wko.at
http://wko.at/eu

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