Stromimport verdrängt heimische Stromerzeugung

Während der Klimakonferenz in Paris werden auch die heimischen Versäumnisse bei der Eindämmung des Klimawandels sichtbar. Mit 15,5 % waren die Nettostromimporte noch nie so hoch wie letztes Jahr. Die damit einhergehende negative Umweltbilanz des österreichischen Stromverbrauchs ist kein Ruhmesblatt. Darüber hinaus belastet der Stromimport immer stärker die heimischen Stromnetze. „Allein der gesteigerte Ausbau der erneuerbaren Energien, kann Österreich wieder rasch zu einer positiveren Umweltbilanz und einem zurückdrängen der Stromimporte verhelfen“, erklärt Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft.

Die erst kürzlich präsentieren Zahlen der Statistik Austria über den Stromverbrauch in Österreich zeigen ein erschreckendes Bild. Seit dem Jahr 2000 ist der Stromverbrauch um 17 % angestiegen. Die Nettostromimporte steigen seit Jahren und waren mit 15,5 % des österreichischen Stromverbrauchs noch nie so hoch wie jetzt. „Diese Entwicklung ist leider nicht überraschend“, bemerkt Moidl und setzt fort: „Seit Jahren werden heimische Stromerzeuger systematisch gegenüber Stromimporten benachteiligt. Der derzeit aus dem Runder gelaufene Strommarkt in Europa verschärft die Situation noch zusehends.“

Vom Exporteur zum Importeur

Lange Zeit war Österreich ein klassisches Stromexportland. Die großen Wasserkraftwerke ermöglichten zusätzlich zur Versorgung der österreichischen Bevölkerung den Stromexport. „Leider hat die Politik im Stromsektor einiges verschlafen“, erklärt Moidl. Nicht nur dass anders als in anderen europäischen Staaten auf die Reduktion des Energieverbrauchs kaum geachtet wurde, so erschwert man die heimische Stromerzeugung durch die Belastung mit Netzgebühren. Auch für den Ausbau der erneuerbaren Energien konnte sich die Politik nur in kleinen Zeitfenstern erwärmen. All dies beschert uns letztes Jahr das Rekordergebnis im Nettostromimport.

Stromnetze stark belastet

Der hohe Importstromanteil belastet zunehmend auch das heimische Stromnetz, wurde dieses auch nie für einen so hohen Stromimportanteile ausgelegt. Darüber hinaus trägt der Stromimport auch nichts zu der Finanzierung des Netzausbaus bei. Finanziell belastet werden nur die heimischen Kraftwerke. So hat allein die Windkraft in den letzten Jahren den Ausbau des vorgelagerten Stromnetzes mit gut 200 Millionen Euro bezahlt und zahlt dies durch die geltenden Netzgebühren noch einmal.

Umweltbilanz wird immer schlechter

Nicht nur dass die importierten Strommengen immer mehr werden, sondern auch die Umweltbilanz des heimischen Stromverbrauchs wird damit immer schlechter. Denn der Stromimport kam größtenteils aus zwei Ländern, nämlich Tschechien und Deutschland. Gerade diese beiden Nachbarländer verfügen über einen sehr großen Atom- und Kohlestromanteil. „Das ist kein Ruhmesblatt für Österreich im Jahr der Klimakonferenz in Paris“, bemerkt Moidl und ergänzt abschließend: „Beim Ausbau von erneuerbaren Energien ist dringender Handlungsbedarf, sonst wird der Stromimport noch weiter zunehmen und noch mehr heimische Kraftwerke müssen vom Netz gehen. Es reicht nicht aus von anderen ein Engagement einzufordern. Österreich ist im hohem Maße selbst gefordert. Die neue Zielsetzung von 100% Erneuerbare im Strombereich bis 2030 muss jetzt rasch in einen gesetzlichen Rahmen gegossen werden.“

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